Aktuelles


Nachrichten aus der ULB

  • Workshop-Reihe für angehende und bereits praktizierende Deutschlehrer
    Das Schreib-Lese-Zentrum des Germanistischen Instituts der Uni Münster bietet im Sommersemester 2013 wieder ein vielfältiges Workshop-Angebot für Lehrer, Referendare und Lehramtsstudierende an. In den dreistündigen Kompaktveranstaltungen werden Aspekte des Lesens und Schreibens im Deutschunterricht praxisnah vermittelt und erprobt.
    In der Programmübersicht finden Sie die Termine und die jeweiligen Themen.
    Die Workshops finden in Raum SH 116 des Germanistischen Instituts am Schlossplatz 34 statt. Interessierte können sich unter schreiblese.zentrum@uni-muenster.de anmelden. Für Lehrer beträgt die Teilnahmegebühr pro Workshop zehn Euro, für Studierende und Referendare ist die Teilnahme kostenlos.
    zu den Seiten des Schreib-Lese-Zentrums
      Logo Schreib-Lese-Zentrum Münster
  • SWR2-Podcast: "Geistvolle Spötterin: Das Leben der Luise Adelgunde Gottsched"
    "Sie bekannte sich selbstbewusst zu ihrer Liebe für Johann Christoph Gottsched, den streitbaren Sprach- und Literaturreformer: Luise Adelgunde Victorie Kulmus, geboren vor 300 Jahren, am 11. April 1713, entstammte einer angesehenen Danziger Medizinerfamilie und hatte sich bereits vor ihrer Heirat als Autorin einen Namen gemacht. Das Ehepaar Gottsched galt ab 1735 in den Leipziger Akademiker- und Künstlerkreisen bald als Instanz. Obwohl sie in der Rolle der Hausfrau steckte, versuchte die Frau des Professors ihren Traum von Freiheit und Autonomie auszuleben.
    Die Gottschedin führte intensive Briefwechsel, in denen sie ihr spöttisches Talent offenbarte. Scharf kritisierte sie die geistigen Missstände ihrer Zeit und entwickelte sich zu einer markanten Figur der Frühaufklärung - während ihr Mann den Ruf des Reformers mehr und mehr einbüßte."
    (SWR)
    Sie können die Sendung, die am 11.4.2013 in der Reihe "SWR2 Wissen" lief, über die Seite des SWR nachhören oder als Audiodatei herunterladen.
      Die Gottschedin
  • WDR-ZeitZeichen: "Der Geburtstag des Dichters Hoffmann von Fallersleben am 2. April 1798"
    "„Kuckuck, Kuckuck, ruft`s aus dem Wald“ - kennt jeder. Oder: „Alle Vögel sind schon da“. All diese und noch viel mehr Texte sind dem Mann aus der Feder geflossen, der auch „Das Lied der Deutschen“ geschrieben hat.
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb auf Helgoland sein „Deutschland, Deutschland über alles“ eigentlich als Trinklied, was auch erklärt, dass in der zweiten Strophe auf deutschen Wein, Weib und Gesang angestoßen wird. An der dritten Strophe des Liedes scheitern regelmäßig die Kicker der deutschen Nationalelf: es ist die Nationalhymne, von der dann gelegentlich nur noch ein „Summ, summ, summ“ übrig bleibt. Die Fußballer zitieren dann ungewollt wiederum einen Liedtext des Dichters: Der geht weiter mit „...Bienchen summ herum“.
    Ein vielseitiger Mann, dieser Hoffmann von Fallersleben!"
    (WDR)
    zum WDR-ZeitZeichen über Hoffmann von Fallersleben
    Zur Audio-Datei der Sendung gelangen Sie über den Link "ZeitZeichen als Podcast" in der rechten Spalte.
      Hoffmann von Fallersleben
  • DGfS-Sommerschule 2013
    Unter dem Motto "Sprachentwicklung: Evolution, Wandel, Erwerb" findet vom 12. bis zum 31. August 2013 die diesjährige Sommerschule der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) in Berlin statt. Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studenten (Master/Magister oder Doktoranden) und Wissenschaftler der Linguistik und verwandter Fächer. Die Kurse aus sprachwissenschaftlicher, genetischer, anthropologischer und archäologischer Perspektive betrachten verschiedenste Aspekte der Gebiete Sprachevolution, Sprachwandel und Spracherwerb.
    Die Veranstaltung wird gemeinsam von der DGfS, dem Max-Planck-Institut für Psycholinguistik und dem Exzellenzcluster 264 "TOPOI" der FU und der HU Berlin organisiert.
    weitere Informationen
      Logo der DGfS
  • "Siebenkäs aus Kuhschnappel: Die Romanhelden des Jean Paul"
    "Die Erzählungen und Romane von Jean Paul (1763-1825) sind bevölkert von skurrilen Figuren, von schillernden Helden und Käuzen. Oftmals fristen sie eine ärmliche Existenz in deutschen Provinzstädten, wie etwa der Armenadvokat Siebenkäs in einem fiktiven Ort namens Kuhschnappel. Der Roman "Siebenkäs" ist eines der bekanntesten Werke des Autors, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.
    Bis heute nimmt Jean Paul eine Sonderstellung in der deutschen Literaturgeschichte ein. Seine modern anmutende Erzählweise und die teils phantastischen, teils ironisch gezeichneten Welten erfordern Leser, die mit den Figuren leben, leiden und lachen wollen – und die ganz und gar eintauchen in die Lebenswege von Spießern, Sonderlingen und Schwärmern in der deutschen Provinz des 18. Jahrhunderts."
    (SWR)

    Sie können die Sendung, die am 21.3.2013 in der Reihe "SWR2 Wissen" lief, über die Seite des SWR nachhören oder als Audiodatei herunterladen.
      Portrait Jean Paul
  • Literaturfestival "literaturland westfalen"
    Über ein Jahr lang stellt das Literaturfestival "literaturland westfalen", organisiert vom gleichnamigen Netzwerk, das literarische Leben in Westfalen vor:
    "Vom Herbst 2012 bis Herbst 2013 zeigt sich von Herten bis Höxter und von Siegen bis Münster - auch mit zahlreichen neu aufgelegten Veranstaltungen - die außergewöhnliche und innovative Vielfalt der Literatur Westfalens. Austausch von und mit internationalen Autoren, die (Neu-)Erkundung westfälischer Schriftsteller, Literaturerlebnisse wie Poetry Slams, Schreibworkshops, literarische Reisen in europäische Nachbarländer und heimische Lyrik-Wanderungen, "Literatur auf die Ohren" mit Kurzhörspielen - dies alles und mehr bietet eine exzellente Mischung." (literaturland westfalen)
    weitere Informationen
      Logo Literaturfestival literaturland westfalen
  • Aus unseren Neuerwerbungen
    Buchcover   Die Brüder Grimm: Pioniere deutscher Sprachkultur des 21. Jahrhunderts
    Jacob und Wilhelm Grimm sind weit mehr als die bekanntesten Märchenerzähler der Deutschen. Tatsächlich zählten die berühmten Brüder zu den produktivsten Sprachforschern ihres Jahrhunderts: Allein ihr »Deutsches Wörterbuch« umfasst mehr Bände als »Der Brockhaus«, und in Sachen Rechtschreibung waren sie progressiver als die Reformer heute.
    Zur Ausstellung »Expedition Grimm« des Landes Hessen von April bis September 2013 in der documenta-Halle in Kassel erscheint der vorliegende, von namhaften Sprachhistorikern und Grimm-Forschern erarbeitete Band.
    Das Buch gibt einen spannenden Überblick über das Wirken der Grimms, vermittelt Einblicke in zwei außergewöhnliche Forscherleben und zeigt, wie ihre Ideen und Konzepte bis heute aktuell geblieben sind.
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    zum Buch auf der Verlags-Website
    Buchcover   Doppelte Vernunft: Lessing und die reflexive Moderne
    Lessings Modernität gründet ganz wesentlich auf der (Selbst-)Reflexivität seines Schaffens und seiner Werke. Zentrale Begriffe und Werte der Aufklärung werden von ihm einer kritisch-reflexiven Revision unterzogen und in ihrer Vielsinnigkeit und Widersprüchlichkeit kenntlich gemacht. Die intellektuellen Energien, die aus diesem Prozess einer fortlaufenden Reflexivierung der ästhetischen und semantischen Zeichen entspringen, wirken bis heute fort und sichern Lessings Rang im Diskurs der Moderne.
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Nachrichten aus der Sprachwissenschaft

  • Sprachbrocken 20/2013

    [25.05.2013, 08:28] Die französische Sprache steht kurz vor dem Aussterben: zu einer „banalen“, ja „toten Sprache“ werde es, befürchtet der Sprachschützer Bernard Pivot, wenn die französische Bildungsministerin sich mit ihrem Plan durchsetze, an französischen Universitäten auch das Englische als Unterrichtssprache zuzulassen. Denn Sprache, so Pivot, sei das, was eine Nation ausmache und schon seit jeher sei es [...]
  • Genitiv

    [24.05.2013, 05:27] Arbeitsblatt zum Genitiv bzw. zu Nominalphrasen mit Genitivattribut und dazugehörigen Verbalisierungen.
  • EHRI: jährliche e-Newsletter für Experten in Holocaust Dokumentation

    [23.05.2013, 11:14] Die zweite Ausgabe der EHRI jährliche Newsletter für Experten in Holocaust Dokumentation ist online mit Schwerpunkt “Holocaust Zeugnisse”. HTML (English) PDF version
  • Stellenwert von Aussprache im Unterricht

    [23.05.2013, 08:11] Meiner Erfahrung nach wird Aussprache im Unterricht - allen Veränderungen der Lehrwerke zum Trotz - immer noch wie ein Stiefkind behandelt. In diesem Beitrag findet ihr ein paar Überlegungen zu Übungsmöglichkeiten.
  • DARIAH-DE – Portal online

    [22.05.2013, 14:01] Seit heute steht unter de.dariah.eu das DARIAH-DE-Portal als integriertes Zugangstor in die Forschungsinfrastruktur-Landschaft von DARIAH-DE zur Verfügung. In Zukunft erhalten NutzerInnen dort  Zugang zu fachwissenschaftlichen Diensten und Daten sowie zu technischen Diensten. Auch Informationsmaterial und wissenschaftliche Publikationen zu Forschung und …Weiterlesen »
  • Sprachbrocken 19/2013

    [22.05.2013, 09:36] Die Geschichte der geschlechtergerechten Sprache, das mussten wir auch dieser Tage wieder feststellen, ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Voller mutwilliger, vermeidbarer Missverständnisse, die eigentlich bereits hundert Mal ausgeräumt worden sind. Dass die Macher/innen der Heidelberger Studierendenzeitung RUPRECHT nicht die hellsten Sterne am qualitätsjournalistischen Sternenhimmel sind, wird schnell klar, wenn man mit dem konfrontiert wird, was [...]
  • Blogspektrogramm 20/2013

    [19.05.2013, 07:00] Statt lorem ipsum: ich bin mal wieder son Einleitungstext und frage mich manchmal, ob mich jemand liest. Wäre das Verfassen dieser Zeilen sonst nicht eine unerhörte Verschwendung frühsonntäglicher Lebensfreude? Ähem, jetzt aber mal zur Sache — unsere auserwählten Worte zum Sonntag: Die BBC berichtet über Texas German, das (noch) von Nachfahren deutscher EinwanderInnen gesprochen wird [...]
  • Jetzt abstimmen im Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“

    [18.05.2013, 11:08] Noch bis zum 23. Mai 2013 kann im Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“ abgestimmt werden, welche zehn der 255 MOOCs (Massive Open Online Kurse) vom deutschen Stifterverband gefördert werden: https://moocfellowship.org/submissions Die Gewinner erhalten je 25.000 Euro Förderung zur Realisierung ihres Online-Kurses. …Weiterlesen »
  • vgs-workshop “junge altgermanistik” 2014

    [18.05.2013, 07:45] vom 6.-7. februar 2014 führt die abteilung für vergleichende germanische sprachwissenschaft der universität zürich einen nachwuchs-workshop mit dem titel “junge altgermanistik” durch. es läuft eine ausschreibung.
  • Schweizer Studie “Digitale Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Geschichtswissenschaften”

    [17.05.2013, 14:43] Eben ist die Schweizer Studie “Digitale Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Geschichtswissenschaften” der Haute école de gestion de Genève (HEG) erschienen: http://www.infoclio.ch/sites/default/files/standard_page/studie_forschungsinfrastrukturen_small.pdf Ausgehend von der Frage wie sich Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften definieren und wie sie öffentlich zugänglich gemacht werden …Weiterlesen »

Die Nachrichten stammen aus der Reihe DGfS Thema, dem DaF-Blog sowie den Blogs lexikographieblog, Sprachlog und swanrād sowie der Initiative Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.
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Nachrichten aus der Literatur(wissenschaft)

  • Gleisbauarbeiten » LANGENTRUDE (random)

    [25.05.2013, 09:06] Als ich aufwachte, dachte ich Langentrude. Handelt es sich bei Langentrude um einen Ort? Oder um eine Trude, möglicherweise eine großbewachsene Frau (Ich stehe auf große, schlanke, fast ein wenig hagere Frauen mit kantigen Gesichtern und starken Nasen, sowieso.) Doch das mittig gelegene "n" in der Langentrude spricht dagegen. Es ist etwas mit ihr, das in mir rumort, nicht loslässt, auch nicht nach der Yoga-Session, nicht während ich im Bad untertauche, den Bauch eincreme, die Hände betrachte. Es summt Langentrude in mir und trommelwirbelt dazu. DIE. Ich suggeriere mir über Langentrude jene Frau herbei, die mich in einem Augenblick, mit einem Zähneblitzen unterwarf. Aber sie ist es nicht. War es nicht und wurde es nicht. DIE trägt in meinen Vorstellungen immer ROT. Heilmann kannte sie auch. Dachte ich. Aber dann wandte er sich ab. Ein Taxi, das der Teufel bestellt hat, fährt Heilmann zum Hafen. Wartet die Melusine noch in der Koje, in der er sie einschloss, auf ihn? Wie ausgetrocknet wird sie sein? Sind es ihre Blutstropfen auf seinem hellen Anzugrevers oder die von Almuth/Edith, die einmal war, aber lange schon im Grab vermodert (Das ist gelogen. Ihr Leichnam wurde selbstverständlich verbrannt.) Wie kam ich darauf? Langentrude. DIE und Almuth/Edith. Eine Ähnlichkeit, die mir nie zuvor aufgefallen ist. Der lange Hals, die dunklen Haare, die hohen Wangenknochen, die Schlangenhaut auf den Augenlidern. (Hatte ich mich widerwillig in die Todfeindin verliebt? Daran war gar nicht zu denken.) Diese Assoziationsketten führen zu nichts. Dennoch die Scheu den Namen einfach bei einer Suchmaschine einzugeben: Langentrude. Ich überlasse das Ihnen. Ich trudele, schon länger. Da liegt der Zusammenhang. Ein Teil von mir hat sich hier verabschiedet. Ein anderer sitzt mit Heilmann im Taxi, erstarrt. Aussteigen. (Wir haben uns endgültig vom Teufel verabschiedet, schon vergessen?) Der Weg über die Gangway. Ich fürchte mich vor dem, was sich im Bauch des Schiffes verbirgt. Dazu die Trommelwirbel: TRAIN SPACE. Der Dunkle Tom schreibt sich in mir fort, obwohl ich mich immer weiter von ihm entferne. Er hat sich in mich eingenistet, sein Gift sickert durch meine Zellen. Ich will mich aus Gründen heute nicht verstehen. Langentrude
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Pubertät & Zaubertrank. Das Arbeitsjournal des Sonnabends, dem 25. Mai 2013....

    [25.05.2013, 08:18] 9.40 Uhr: [Arbeitswohnung.] Eigentlich wollte ich – und will es noch immer – von dem schönen Fest gestern schreiben, einem Sandwerderjubel, aber dann kam mir eben die Puberträt dazwischen: mal ausnahmsweise, mein Sohn, nicht die währende meine, sondern begonnene Deine. Ein Vater-Sohn-Gespräch ist erfordert, das für uns beide nicht angenehm ist, aber dessen Ergebnis Dir, so möchte ich's, letzten Endes Klarheit bringt: was will ich, was ist mein Ziel, und was ist, um es zu erreichen, nötig? nötig nämlich tatsächlich und nicht, weil Du anderer Leute Ansprüchen genügen sollst. Es geht um Deine eigenen Ansprüche, denen Du genügen mußt, um Deine eigenen Wünsche und Begehren. Ich bin da nur, als Dein Vater, derjenige, der Dir die verschiedenen Wunschschichten, die da ineinander verfilzt sind, auseinanderzuzupfen hilft. Meine Emotionen haben dabei nichts zu suchen, wiewohl sie da sind, Enttäuschung, Verärgerung, all das – Unfug, beiseite damit und den Blick ganz allein auf Dich gerichtet. Und daß man Scheiße baut, sowieso, immer wieder, das fängt jetzt alles erst an; aber daß man danach zu ihr steht und sie vielleicht auf eine Weise wieder wegbekommt, die einen schließlich stolz macht. Der Schritt vom Kind zum Jugendlichen ist nicht ohne Tücken, nicht ohne Härten, Fehler sind geradezu vorprogammiert, ja es wäre verdächtig, geschähen sie nicht: d a n n liefe etwas wirklich schief. Das Heikle, für die Eltern, in dieser Phase ist, daß keine Sanktion den Widerstandsgeist des Kindes brechen darf, sondern im Gegenteil müssen die Sanktionen diesen Widerstandsgeist stärken, indem sie ihn mit Inhalten füllen, die es wertvoll machen, daß man widersteht. Dann nämlich entsteht auch Stolz auf die eigene Haltung. Es geht also nicht darum, Kinder zu lehren, daß sie gehorchen; das gerade wäre falsch. - Und jetzt bist Du grad losgeschossen, um auszuwetzen, was Du verbockt hast; kriegst Du das hin, werden nicht nur wir Eltern stolz auf Dich sein. (Auch das muß er begreifen: Er ist jetzt auf einer Waldorfschule, der humanistische Inhalte wichtiger gelten als dingliche. Das kommt seinem Charakter, ja seiner Mentalität sehr entgegen; er liebt es, dort zu sein. Aber auch das hat Konsequenzen, will etwas von ihm, und zwar mit vollem Recht.) So, und jetzt zum gestrigen Fest:Fünfzig Jahre LCB:Irgendwie ist es dann d o ch Familie, und zwar eine, die bei solchen Anlässen auf ihre Geschichte zurückblickt – nicht ohne bittere Töne, die Michel Krügers Festvortrag durchzogen, der das Kunststück fertigbrachte, zugleich zu feiern wie zu betrauern, was man verloren habe, eine nicht unresignative Bilanz der „gesellschaftlich relevanten“ Schädigungen, die der Dichtung nach '68 zugefügt wurden; ich erinnere mich gut meiner eigenen Schulzeit, selbst noch am Abendgymnasium, wo den Deutschunterricht eine Art Doktrin prägte, es sei viel weniger wichtig, wie künstlerisch etwas gemacht sei als daß es die richtige politische Botschaft vermittle. Ich erinnere mich ebenfalls gut, wie ein Hörer wütend eine meiner ersten Lesungen verließ, und zwar mit dem Satz: „Dem kommt es ja nur auf die Dichtung an!“ Dieses „nur“ empfand ich schon damals als skandalös. Daß Krüger, fast möchte ich schreiben: notwendigerweise, auch, freilich nur in einem Nebensatz, auf das Internet einhackte, fand ich nicht einmal ärgerlich, sondern ich dachte bei mir: nun ja, eine Generation, die den Anschluß verliert – nicht, weil sie nicht auf der angemessenen intellektuellen Höhe wäre, sondern allein wegen der Sukzession von Lebenswelten. Auch Goethen wäre schwindlig geworden, hätte er von der Kutsche auf eine wie immer auch noch langsame Eisenbahn umsteigen müssen, und es war keine Hysterie, daß Leute bei der Uraufführung von Ravels Bolero ohnmachtig wurden oder entsetzt zu schreien anfingen. Allein der permanente Hintergrundkrach unserer Städte wäre für Menschen des, sagen wir, achtzehnten Jahrhunderts überhaupt nicht erträglich gewesen; wir hingegen merken ihn nicht einmal mehr. Die Wahrnehmungsformen verändern sich und die Fähigkeit des Umgangs mit Neuem. Wenn ich heute ein neues Mobilchen bekomme, verzweifle ich erst mal über Stunden, wenn ich die Bedienung, ja, echt, „studiere“; mein Dreizehnjähriger hingegen ermächtigt sich des Geräts, und zwar komplett, in knapp fünfzig Minuten. Er ist mir da objektiv voraus, und daß er mir voraus ist, ist nichts, das man schmälern dürfte. Sondern es ist eine Leistung, zu der meine Generation objektiv nicht mehr befähigt ist. In jedem Neuen steckt eine starke Hoffnung, auch wenn es, selbstverständlich, Gefahren birgt. Es ist grundfalsch zu meinen, vorher sei es besser gewesen; meistens war es vorher nur auf andre Weise bedenklich – und schlimmer als das. Die großen Pogrome sind Teil des Zwanzigsten Jahrhunderts und damit nicht etwa Ergebnis der Neuen Medientechnologien, nicht Ergebnis der kybernetischen Ausrichtung, sondern immer noch – die Abgrenzung ist unscharf, ich weiß – der dinglichen. Gestern abend war bis tief unter die Haut der Generationenwechsel zu erleben, mit allen Fürs und Widers.Wir schwärmten umher und aus und umeinander; die Familienmitglieder sind einander nicht unbedingt hold, auch wenn sie so tun; das hat diese Familie mit jeder anderen gemein. Es gibt Fraktionen, es gibt Einzelne, es gibt fraktionierte Einzelne. Doch man war gemeinsam da. Und tanzte. Und plauderte. Und erzählte sich von den Projekten, an denen man saß oder die man abgeschlossen hatte. Es gab plötzliche Verbrüder- und Verschwisterungen, Umarmungen, Lachen, hie und da Spott. Es gab auch die übliche Falschheit, aber sie blieb, des gefeierten Anlasses wegen, auf spätere Ausführung verschoben: eine AusZeit, die sich freischweben durfte. Das ist erholsam. Ich war sehr froh, manche Minute hindurch sogar glücklich, dortzusein und hab sogar – getanzt. (Seltsam, übrigens: Es ist ja nun wirklich nicht meine Musik - Judith Kuckart, die ich nach ziemlich viel Zeit wiedersah, nölte auch etwas -, aber wenn ich zu tanzen Lust habe, ist mir das völlig wurscht; ich hör dann einfach auf den Grundschlag und blende alles andere aus; über den Grundschlag improvisier ich mit Schritten oder, wenn ich richtig gut drauf bin, gestalte ihn mit dem, was ich aus meinen Tanzschulzeiten noch kenne und spontan improvisiere, oder ich vollziehe harmonische Gesten der Musik mit körperlichen nach. Jedesmal dann merke ich, wie gerne ich tanze. Das braucht aber immer einen Anlaß; auf die Idee, einfach „nur“ tanzen zu gehen, komme ich nicht, vielleicht weil es meiner innren Leistungsorientiertheit fremd ist, etwas „einfach nur so“ zu tun. Eigentlich ist das schade, daß dieses, kann man sagen, arbeitskonzentrierte Muttererbteil so in mir durchschlägt; es hat was blöd Calvinistisches. Steh ich aber erstmal auf dem Parkett, fällt es gänzlich von mir ab.) Lange innig mit Delf Schmidt beisammengestanden, den die schöne Verlagsvorschau zu Argo fast, hatte ich den Eindruck, glücklicher macht als mich, und immer wieder Umarmungen mit Gil, seiner Frau; den klasse Rainer G. Schmidt sah ich wieder, auch Loschütz war da, Renate von Mangold, die im Alter geradezu edel wirkt, dann der Kreis um Johan de Blank, Ulli Schreiber, Leiter des Internationalen Literaturfestivals, mit dem ich zwar nicht lange sprach, aber wir grinsten uns wie pfiffig Verschworene an; ferner die viertelsganze neue, junge Generation von Autor:inn:en und sogar Hermann Peter Piwitt, der verschmitzte, stille alte Hochstilist; Hartung sah ich, aber er erkannte mich nicht, der einst so hübsch über das, wie er's in der FAZ genannt, „Ding mit dem Ei“ geschrieben hatte – eine kleine Erzählung in meinen >>>> Arndt-Novellen, worin ich den Anspruch des Geistes travestierte, auch über den Körper voll zu herrschen, wiewohl der sein einziger Grund. Leider verlor ich den Mann in den Scharen aus den Augen; hätte gern dreivier Sätze mit ihm gewechselt. Gleich zu Anfang beisammen mit Christa Schmidt, immer wieder mal eine Berührung, oft nur mit den Augen, weil man in ihre so hineinfallen kann, halb spöttisch dabei von ihnen weiterbetrachtet, halb aber auch wie in ein warmes Wasser gelegt, das wohler tut als irgend ein Whirlpool. Und eine wirkliche Erscheinung, empfand ich, unmittelbar berührend, da, wo die Seele an eine Synapse der Empfindung geknüpft ist; davon sprangen Flämmchen: >>>> Angelica Ammar. Ich geb aber zu, daß ich da schon etwas betrunken war. Auf Sizilien hab ich immerhin gelernt, mir alkoholbedingte Einschränkungen nie anmerken zu lassen; spüre ich, daß mir der Griff entgleitet, mach ich mich sofort davon.Nachts auf dem Plafond des SBahnhofs Wannsee. Mit Johann de Blank.Nach eins erst kam ich in die Arbeitswohnung zurück und erst nach acht aus dem Bett. Daß es draußen regnet, allerdings, und wir, mein Sohn und ich, nachher wahrscheinlich in diesem Regen laufen müssen, ist gemein. Abends als Belohnung aber >>>> Premiere: Frank Martin, Le Vin herbé mit Anna Prohaska und Katharina Kammerloher. Eine gnadenlos gute Besetzung. Wenn's nicht immer weiter schüttet, nehm ich auch diese Tour als Training und fahre mit dem Rad hin.[Frank Martin, Et la Vie l'emporta.] (Ob ich heute wirklich zum Arbeiten kommen werde, ist ein bißchen ungewiß. Erstmal, nachher, den Alkohol aus dem Körper laufen. Dann vielleicht Administration: hier liegen einige Briefe herum, die ich einfach zu öffnen vergaß.) 14.22 Uhr: [Frank Martin, Der Sturm.] Dauerregen. Das wird nix mit dem Laufen, da es überdies kalt ist. So gut ist unser beider, meines Sohnes und meine, Kondition noch nicht, daß uns klammes Dauergefröstel nichts anhaben könnte. Vor allem er muß Kondition überhaupt erst aufbauen. - Ärgerlich, aber gut, einen Tag Pause sollte man ja ohnedies immer einlegen. Also den >>>> Giacomo Joyce vorgenommen. Mal sehen, wie weit ich heute mit meiner Aneignung kommen werde; auch >>>>Parallalie http://parallalie.twoday.net , bei dem es ebenfalls piove come il dio lo manda, wird sich vielleicht daransetzen. Bei ihm könnte man eigentlich sogar ein paar Scheite in die stufa legen und herrlich flackernd dahinbrennen lassen.
  • Tainted Talents (Ateliertagebuch.) » Paarungsaufruf Number two

    [25.05.2013, 08:10] Siehe auch >>> Paarungsaufruf Number One!
  • Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen! » Dienen & Schreiben

    [25.05.2013, 07:38] “Das Dienen scheint vollkommen aus der Mode gekommen zu sein – jedenfalls die Art des Dienens, die ohne Leistungsdenken auskommt. So ist es kein Wunder, daß es das Wort Uneigennutz nicht wirklich gibt, es sei denn, es stünde in einem Text Robert Walsers, was ich jetzt aber unmöglich nachprüfen kann, das müssen Sie verstehen, seien Sie so gut.” So beginnt ein Essay, den ich letztens schrieb, quasi aus dem Handgelenk heraus und in einem Rutsch. Er ist nicht sehr lang, etwa sechs Seiten, aber er hält, vielleicht eben wegen seiner Knappheit, seit Tagen meinen Ansprüchen stand, soll heißen, er amüsiert und überrascht mich auch beim x-ten Lesen immer noch. Das ist nicht selbstverständlich, jeder Autor hat so seine Textleichen im Keller, vor allem dann, wenn er, was er sollte, täglich schreibt. Ja, das Dienen, als eine höhere Form des Miteinanderseins und des Beisichseins, steht wohl heutigentags nicht mehr hoch im Kurs, Herr- und Knechtgedanken geistern herum und vor allem anderen die Frage des Geldes, wem was zusteht und wer was bekommt und ob dies zu viel oder zu wenig ist – das sind die Fragen, die quasi im Fordergrund stehen, der Mensch ist eben des Menschen Wolf. Dabei führen recht viele Zeitgenossen das Wort Dienen im Munde, sie dienen ihrer Partei, der Umwelt, ihrem Glauben, einer Idee und so weiter, doch warum nehme ich keinem dieser Menschen ab, nicht nur aber eben auch uneigennützig zu handeln – das ist die Frage, die ich mir stelle. Nicht etwa, daß ich denke, gleich alle sich engagierenden Menschen seien bösartige Egozentriker, keineswegs, Tatsache jedoch ist, sie ziehen alle in die Schlacht mit Andersdenkenden und Anderswollenden, was nicht zuletzt eine Aufrüstung des Selbst zur Folge haben muß, die wiederum sicher charakterprägend ist. Nun, jedenfalls schrieb ich den Essay, um mir eben darüber nicht sachliche, sondern poetische Gedanken zu machen, und das ist mir, zum eigenen Nutzen, wohl gelungen – ob der Text auch der interessierten Leserschaft dienen kann, wird sich dann zeigen, denn just in den nächsten Tagen werde ich ihn zu einem Essaywettbewerb schicken, auf daß er sich dort prächtig schlage. Und nun zu etwas ganz anderem:
  • Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop) » Das DTs des 24.5.2013.

    [25.05.2013, 07:16] >>>> Arbeitsjournal. Neapel-Hörstück: >>>> Saviano-Exzerpte abgeschlossen. Die Dschungel: „Ausgrenzungs“->>>>Diskussion ff. Korrespondenzen. Ab nachmittags LCB-50-Jahre-Fest, zusammen mit >>>> Barbara Stang. [Gelaufen, 4 km, locker mit dem Sohn. Bißchen Krafttraining.]
  • EHRI: jährliche e-Newsletter für Experten in Holocaust Dokumentation

    [23.05.2013, 11:14] Die zweite Ausgabe der EHRI jährliche Newsletter für Experten in Holocaust Dokumentation ist online mit Schwerpunkt “Holocaust Zeugnisse”. HTML (English) PDF version
  • DARIAH-DE – Portal online

    [22.05.2013, 14:01] Seit heute steht unter de.dariah.eu das DARIAH-DE-Portal als integriertes Zugangstor in die Forschungsinfrastruktur-Landschaft von DARIAH-DE zur Verfügung. In Zukunft erhalten NutzerInnen dort  Zugang zu fachwissenschaftlichen Diensten und Daten sowie zu technischen Diensten. Auch Informationsmaterial und wissenschaftliche Publikationen zu Forschung und …Weiterlesen »
  • Salon Littéraire | mark kanak : zwoelf zuegen matt , april 2013

    [20.05.2013, 07:24] Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text salon littéraire | Mark Kanak : zwoelf zuegen matt . anderssen versus zukertort , breslau 1865 – ein zyklus 4 : c2-c3, d7-d6 ( april ) das projekt “zwölf zügen matt” umfasst die zusammenstellung von texten u. bildern, die sich rund...
  • pfingsten : wohl den wort-enden

    [19.05.2013, 05:49] ||| Jüden vnd Jüdegenossen / Kreter vnd Araber / Wir hören sie mit vnsern Zungen / die grossen Thaten Gottes reden. Sie entsatzten sich alle / vnd wurden jrre / vnd sprachen einer zu dem andern / Was wil das werden? Die andern aber hattens jren spot / vnd sprachen / Sie sind vol süsses...
  • Jetzt abstimmen im Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“

    [18.05.2013, 11:08] Noch bis zum 23. Mai 2013 kann im Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“ abgestimmt werden, welche zehn der 255 MOOCs (Massive Open Online Kurse) vom deutschen Stifterverband gefördert werden: https://moocfellowship.org/submissions Die Gewinner erhalten je 25.000 Euro Förderung zur Realisierung ihres Online-Kurses. …Weiterlesen »

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