Nachlass Walther Schücking

Walther Schücking
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Zur Person

* 6. Januar 1875 in Münster, Westfalen
† 25. August 1935 in Den Haag

Walther Schücking war ein Enkel Levin Schückings (1814-1883), des langjährigen Freundes der Annette von Droste Hülshoff. Er entstammte einer Juristen- und Gelehrtenfamilie aus dem Münsterland. Im Anschluss an das Studium der Staats- und Rechtswissenschaften lehrte er von 1902 bis 1920 an der Universität Marburg Staats-, Völker-, Kirchen- und Verwaltungsrecht.

Nach Ausrufung der Weimarer Republik war Schücking als DDP-Abgeordneter von 1919 bis 1928 Mitglied des Reichstages. Aufgrund seines internationalen Rufes als Pazifist und Völkerrechtler gehörte er 1919 zu den sechs deutschen Hauptdelegierten bei den Versailler Friedensverhandlungen. Er trat für den Völkerbundgedanken ein und war maßgeblich an der Gründung der Deutschen Liga für Völkerbund beteiligt.

1930 wurde Schücking als erster Deutscher zum ständigen Richter am Weltgerichtshof in Den Haag berufen. Trotz des Austrittes des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund 1933 und gegen den Willen der Nazi-Regierung blieb er bis zu seinem Tod in diesem Amt.

Zum Nachlass

Der Nachlass Walther Schücking ist seit 1953 im Besitz der Universitäts- und Landesbibliothek Münster und gilt als einer unserer bedeutendsten Nachlässe des 20. Jahrhunderts.

Er umfasst 71 Kapseln mit Korrespondenzen, Manuskripten, Akten und biografischen Materialien, die per Findliste erschlossen sind.