Sammlung Studentenunruhen 1968

Pöbel bleibt Pöbel, auch wenn junge Gesichter darunter sind. Intoleranz und Terror, ob sie von links kommen oder von rechts, dürfen die Freiheit nicht benutzen, um sie zu zerstören.
Willy Brandt
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Demonstrationszug am Domplatz in Münster, um 1968
© Universitätsarchiv Münster, Bestand 286, Nr. 733

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Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren - diese häufig zitierte Kernparole drückt eine der Grundbefindlichkeiten der Deutschen Studentenbewegung in den 1960er Jahren aus. In Anspielung auf das 1000jährige Reich Nazideutschlands wurden starre gesellschaftliche und universitäre Konventionen infrage gestellt und neben einer Liberalisierung die Demokratisierung des Universitätsbetriebes durch studentische Mitbestimmung gefordert.

Die zahlreichen Studentenunruhen in deutschen Universitätsstädten spiegelten eine weltweite gesellschaftliche Entwicklung, inspiriert durch internationale, politisch linksgerichtete Bürgerrechtsbewegungen, die sich öffentlich gegen Rassentrennung, politische Bevormundung, Kriege, starre gesellschaftliche Konventionen und Ungerechtigkeiten auflehnten.

Mit der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg (2. Juni 1967) und dem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke (11. April 1968) wurden die Studentenproteste militanter bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Straßenschlachten, die das „miefige“ Nachkriegsdeutschland gewaltig erschütterten. Ab 1969 ebbten die Proteste ab, ein kleiner Teil der Bewegung radikalisierte sich allerdings weiter und führte ab den 1970er Jahren einen bewaffneten Kampf aus dem Untergrund (z.B. Bewegung 2. Juni und Rote Armee Fraktion).

Die 68er-Bewegung und mit ihr die Studentenbewegung bewirkten große politische und gesellschaftliche Veränderungen.

Im Jahr 2016 erhielt die Universitäts- und Landesbibliothek Münster einen Aktenordner mit Presseartikeln, welche die Studentenunruhen 1968 in Deutschland dokumentieren. Die Sammlung ist in einer Findliste erschlossen.