MIRO – Integrierte Bereitstellung, einheitlicher Zugang und individuelle Verteilung

Projektbezeichnung Integrierte Bereitstellung, einheitlicher Zugang und individuelle Verteilung – Informationsmanagement einer grossen Universität
MIRO – Münster Information System for Research and Organization
Laufzeit 01.09.2005 bis 31.08.2010
Finanzierung Deutsche Forschungsgemeinschaft
Partner Universitätsverwaltung und Zentrum für Informationsverarbeitung der Universität Münster
Ansprechpartner in der ULB Jörg Lorenz E-Mail
Dr. Beate Tröger E-Mail
Antrag Integrierte Bereitstellung, einheitlicher Zugang und individuelle Verteilung
weitere Informationen IKM-Website

Kurzbeschreibung

Effektive wie effiziente Versorgung und Verwaltung von Informationen gehören mittlerweile zu den wesentlichen Grundbedingungen für eine zukunftsfähige Forschung und Lehre an den Hochschulen. Die Erfahrungen mit der Informationsversorgung in den letzten Jahren haben gezeigt: Eine dem Wissen dienliche Information setzt nicht nur ihr Vorhandensein, sondern auch ihre unmittelbare Präsenz bei den Nutzenden voraus. Für den Erfolg in Wissenschaft und Bildung spielt die schnelle und einfache Verfügbarkeit von Informationen eine ebenso wichtige Rolle wie ihre sach- und fachgerechte Verwertbarkeit. Die Universität Münster will mit dem Projekt MIRO daher ein umfassendes System für das Informationsmanagement entwickeln, das wissenschaftliche und organisatorische Information mit einheitlichem Zugriff und individuellem Verteilungsmodus integriert bereitstellt.

In der Informationsverarbeitung und -bereitstellung hat die Universität Münster bereits einen vergleichsweise guten Stand erreicht; das gilt sowohl für die organisatorische wie die technische Infrastruktur. Wichtige Themen zur Vorbereitung eines umfassenden Informationsmanagements sind aufgegriffen und konkrete Lösungswege entwickelt worden. Die eingeführten Organisationsstrukturen müssen dementsprechend fortgeschrieben und gefestigt werden. Qualität und Verlässlichkeit angebotener Dienste müssen weiter verbessert werden, um eine breite Akzeptanz und Nutzung in der Universität zu erreichen.

Informationsmanagement muss als wichtiges Basis-Instrument dauerhaft im Zentrum der universitären Arbeit verankert sein. In Forschung, Lehre und Studium werden ständig die unterschiedlichsten Informationen gesucht, genutzt, verarbeitet und in weiterentwickelter Form wieder zur Verfügung gestellt. Informationen müssen daher in bedarfsgerechter Breite bereitgestellt werden und vor allem schnell und zielgerichtet verfügbar sein. Durch Strukturierung der Information und Unterstützung der Recherche muss vermieden werden, dass die enorme Fülle verfügbaren Wissens zu Unübersichtlichkeit und unnötigem Zeitaufwand führt und damit die Qualität von Lehre und Forschung beeinträchtigt. Ein nutzerorientiertes Informationsmanagement ist auch für die Ausbildung der Studierenden von größter Bedeutung. Für die heute im Beruf verlangte Fähigkeit, flexibel und rasch auf neue Entwicklungen zu reagieren, ist der kompetente Umgang mit Information besonders wichtig und muss bereits in der Universität gelehrt und erfahren werden. Nicht zuletzt beeinflusst der integrierte Zugang zu Informationen die Entscheidungsprozesse und trägt zu raschen und fundierten Lösungen bei. Das in Münster geplante Informationsmanagement wird für höhere Transparenz von Organisation und Prozessen sorgen und durch eindeutige Zuordnung von Kompetenzen und Pflichten redundante Aktivitäten vermeidbar machen.

Über ein Identitätsmanagement soll der Zugang zu allen relevanten Informationen geregelt werden; dabei wird zwischen wissenschaftlichen und organisatorischen Informationen differenziert. Organisationsinformationen werden für die Steuerungsprozesse zur Leitung und die vielfältigen administrativen Vorgänge in der Universität benötigt; Der Zugang zu ihnen soll über Rollen von Personen und über Rechte (des Zugriffs, der Verwendung) erfolgen, die mit Informationen verbunden sind. Im Bereich der wissenschaftlichen Information sollen eigenformulierte Profile die automatische Belieferung mit neuen Informationen regeln.

Eine Prozessanalyse, die alle derzeit in der Informationsbereitstellung auftretenden Aktivitäten, Quellen, Bearbeiter usw. erfasst, bildet die Grundlage für die Festlegung von Rollen und Rechten.

Durch ein einheitliches Zugangsportal wird die Informationsnutzung in Forschung, Lehre, Studium, Administration und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und intensiviert.

Um den Informationszugang zu erleichtern, sind differenzierte Retrieval-Verfahren vorgesehen, die in unterschiedlichen Varianten bereitstehen müssen, abhängig davon, ob universitätsintern oder in weltweitem Zugriff recherchiert wird. Durch Kategorisierung der Informationen sollen die Suchergebnisse verbessert werden. Soweit Metadaten zu den Informationen nicht bereits verfügbar sind, werden sie – wo immer möglich – durch entsprechende (automatische) Verfahren extrahiert und ergänzt.

Projektbegleitend sind verschiedene Dienstleistungen zu vervollständigen und zu verbessern. Das betrifft die Themen Sicherheit, System- und Netzwerkmanagement, die Einführung von Service-Levels für angebotene Dienste und eine deutlichere Strukturierung der Dienste im Sinne von ITIL (IT Infrastructure Library).

Um die Nutzung des Informationsmanagements zu intensivieren, sollen in der zweiten Phase von MIRO mehrere Projekte darauf aufgebaut werden. Außerdem will das Rektorat durch finanzielle Anreize Wissenschaftler und Studierende zu ergänzenden Projekten motivieren.

Alle aufgeführten Maßnahmen werden in ein konsequentes, systematisches und umfassendes Management aller von der Universität erzeugten und benötigten Informationen integriert. Den Erfordernissen einer raschen, zielgerichteten und individuellen Nutzung von Informationen kann die Hochschule auf einem bislang unerreichten Niveau gerecht werden. Wir sind überzeugt, dass die Universität den zukünftigen Herausforderungen eines stetig weiter wachsenden Informationsaufkommens mit dem hier dargestellten Konzept des Informationsmanagements gewachsen sein wird. Nicht zuletzt bildet die dabei erzielte Qualitäts- und Effizienzsteigerung in Forschung, Lehre, Studium und Verwaltung eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung der Universität Münster in den nächsten Jahrzehnten.