Klare Sicht auf exotische Motive

digitalisierte Glasplatte aus der Sammlung
Palau – Schwesternhaus Melegeok (G 2,035)
© ULB

Die ULB Münster archiviert seit 2010/2011 die Sammlung Kapuzinermission im Handschriftenmagazin und stellt sie für interessierte Benutzer im Handschriften-Lesesaal zur Benutzung bereit. Die Sammlung besteht aus Unterlagen der Südseemission des Kapuzinerordens aus der Zeit von 1904 bis 1919 sowie der Chinamission 1922 bis 1952. Sie enthält sehr viele unterschiedliche Materialien.

Einen Teil dieser Sammlung bilden Glasplattenpositive und -negative, wie man sie zu Anfang des letzten Jahrhunderts in der Fotografie verwendet hat. Glas war damals das erste verfügbare Trägermaterial für Fotoemulsionen.
Diese Glasplatten sind gut 100 Jahre alt und haben eine lange Reise hinter sich, so dass ihr Zustand nicht optimal war. Daher wurde es notwendig, sie bestandserhalterisch zu bearbeiten. Eine Reinigung und anschließende sichere Verpackung waren erforderlich.
Zu diesem Zweck war Ende Februar eine auf diese Materialien spezialisierte Restauratorin in der ULB und hat sie entsprechend bearbeitet.

FOTOS

Erfassung des aktuellen Zustands mit detaillierter Dokumentation (z.B. Hinweise auf Bruch oder Aussilberung, über die Reinigung hinaus notwendige Maßnahmen)
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  • Oberflächenreinigung mit einem speziellen Mikrofasertuch; zunächst trocken, anschließend feucht mit Isopropanol (70%)
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  • Umpacken in neutrales, alterungsbeständiges Material: Einpacken in sogenannte Fourflaps, um diese in eine entsprechende Tasche zu legen. Anschließend gelangt die so verpackte Glasplatte in eine feste Box
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Folgende Schritte wurden durchgeführt:

  1. Erfassung des aktuellen Zustands mit detaillierter Dokumentation (z.B. Hinweise auf Bruch oder Aussilberung, über die Reinigung hinaus notwendige Maßnahmen)
  2. Oberflächenreinigung mit einem speziellen Mikrofasertuch; zunächst trocken, anschließend feucht mit Isopropanol (70%)
  3. Umpacken in neutrales, alterungsbeständiges Material: Einpacken in sogenannte Fourflaps, um diese in eine entsprechende Tasche zu legen. Anschließend gelangt die so verpackte Glasplatte in eine feste Box

Auf diese Weise wurden mehr als 1200 Glasplatten aus der Sammlung bearbeitet. So gereinigt und verpackt können die Glasplatten ohne weiteren Schaden zu nehmen sicher archiviert werden.

Eine Benutzung ist aufgrund des empfindlichen Materials nicht möglich. Ziel ist es, auch diesen Teil der Sammlung Kapuzinermission auf Dauer digital zu präsentieren.

Infos zur Sammlung Kapuzinermission

Jürgen Lenzing