Inst-philologie

Sprach- und Literaturwissenschaft allgemein – Ihr Fach in Münster

An der WWU gibt es nicht nur verschiedene Institute, an dem Sprach- und Literaturwissenschaft gelehrt wird, sondern auch einige andere Einrichtungen und Forschungsstellen, die für die sprach- und literaturwissenschaftliche Forschung relevant sind.
Und auch außerhalb der Uni gibt es einige interessante Institutionen!

Sprach- und Literaturwissenschaften an der WWU Münster

Der Schwerpunkt in Forschung und Lehre des Instituts für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Aegidiistraße bildet die Sprachtheorie auf sprachvergleichender Grundlage, und zwar sowohl synchron (Grammatiktheorie, Typologie und Universalienforschung) als auch diachron (Sprachwandelforschung, insbesondere Grammatikalisierungstheorie). Dabei werden Theoriebildung und methodische Reflexion verknüpft mit empirischer Arbeit an und mit Primärdaten (Feldforschung, Sprachdokumentation, deskriptive Linguistik).
Im Institut für Indogermanische Sprachwissenschaft, das an der Rosenstraße residiert, werden der Ursprung und Entwicklung der indogermanischen Sprachfamilie erforscht. Der besondere Schwerpunkt der Münsteraner Indogermanistik liegt in der Kulturellen Rekonstruktion, also der Erschließung der geistigen und materiellen Kultur der Vorzeit mit Hilfe sprachlicher Rekonstruktion.
Das frühere Institut für Komparatistik wurde vor einigen Jahren in das Germanistische Institut integriert. Das Institut umfasst die Bereiche Sprachwissen­schaft (Linguistik), Literatur des Mittelalters (Mediävistik), Neuere deutsche Literaturwissenschaft, niederdeutsche Sprache und Literatur sowie Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.  

Auch an den anderen Einrichtungen des philologischen Fachbereichs 9 der WWU wird Sprach- und Literaturwissenschaft betrieben:
Institut für Ägyptologie und Koptologie
Institut für Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Altertumskunde
Institut für Arabistik und Islamwissenschaft
Institut für Buchwissenschaft und Textforschung
Englisches Seminar
Institut für Interdisziplinäre Baltische Studien
Institut für Niederländische Philologie
Institut für Nordische Philologie / Skandinavistik
Romanisches Seminar
Institut für Sinologie und Ostasienkunde
Slavisch-Baltisches Seminar
Professur für Geistesgeschichte im Vorderen Orient in nachantiker Zeit

Neben diesen Instituten gibt es noch einige weitere universitäre Einrichtungen, die sich unter anderem mit sprach- oder literaturwissenschaftlichen Fragestellungen befassen:

  • das Centrum für Sprache und Interaktion, das verschiedene Einrichtungen und Projekte, die sich mit der qualitativen, empirischen Erforschung von Sprache und Sprachgebrauch in der Interaktion auseinandersetzen, bündelt;
  • das Centrum für Mehrsprachigkeit und Spracherwerb, das die Veranstaltungen des DaZ-Moduls (Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte) koordiniert, die am Fachbereich Philologie betriebene Forschung zu Mehrsprachigkeit und Spracherwerb bündelt und Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Lehrende aller Fächer im Bereich DaZ anbietet;
  • das Centrum für Niederdeutsch, das als fächerübergreifendes wissenschaftliches Zentrum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Erforschung des Niederdeutschen ("Plattdeutsch") zusammenbringt;
  • das Promotionskolleg Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, ein interdisziplinäres Kolleg mit Dozenten aus zahlreichen Philologien und weiteren Fächern, das besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern/innen ein fachübergreifendes und strukturiertes Promotionsstudium mit sprachwissenschaftlichem Schwerpunkt bietet;
  • die Graduate School Practices of Literature, mit dem Promotionskolleg Literaturtheorie als Theorie der Gesellschaft, die ein strukturiertes Promotionsprogramm für alle literaturwissenschaftlichen Fächer anbietet, dessen Forschungs- und Lehrschwerpunkte das Verhältnis von Literatur/Literaturwissenschaft und Gesellschaft, die Wissenschaftstheorie und Theorie(n) der Literatur(wissenschaft) sowie Anwendungsbezüge literaturwissenschaftlicher Erkenntnis sind;
  • das Schreib-Lese-Zentrum am Germanistischen Institut, das als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Lehre und Praxis zum Ausbau von Schlüsselqualifikationen für Schule, Studium, Beruf und Lebensalltag beitragen will; dazu entwickelt das SLZ in Zusammenarbeit mit regionalen Einrichtungen in Bildung, Kultur und Wirtschaft konzeptuelle und praktische Angebote zur Entwicklung von Literacy und ästhetischer Bildung und zum kulturellen Leben.

Weitere sprach- und literaturwissenschaftliche Forschung in Münster

Sprache

Das Forschungsunternehmen „Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe – Onomastik im europäischen Raum“, ein Projekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, ist an der Robert-Koch-Straße in Münster angesiedelt. Sämtliche Ortsnamen des Untersuchungsgebiets einschließlich werden auf der Grundlage ihrer historischen Belege erschlossen und sprachwissenschaftlich nach Herkunft und Deutung etymologisch, morphologisch und typologisch untersucht.

Die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens dokumentiert und erforscht die sprachlichen Grundlagen des westfälisch-lippischen Kulturraumes und bringt die Ergebnisse mit zahlreichen Publikationen, Tagungen und Vorträgen in aktuelle Diskussionen ein. Sie betreut zudem ein Internetportal zur westfälischen Sprachforschung.

Literatur

Die Literaturkommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde 1998 gegründet, um der westfälischen Literaturforschung neue Impulse zu verleihen. Sie bezieht neue Medien, interdisziplinäre Fragestellungen, Gegenwartsliteratur und Gattungen wie Hörspiel, Feature usw. in ihre Arbeit ein, ohne die Grundlagenforschung zu vernachlässigen. Der Forschungszeitraum reicht vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Zum Arbeitsspektrum der Kommission gehören Tagungen, Ausstellungen und Workshops, vor allem aber das „Büchermachen“. Ein Projekt der Kommission ist z.B. das Droste-Portal mit Wissenswertem zu Leben und Werk von Annette von Droste-Hülshoff. Gemeinsam mit der Universität Paderborn führt die Kommission das Projekt „Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen“ durch, das das Ziel hat, jüdische Autorinnen und Autoren, die in Westfalen gelebt und publiziert haben, zu ermitteln und in ihren Werken und Lebensumständen vorzustellen.

Der Literaturverein Münster beobachtet auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene das literarische Leben und literarische Projekte, hält Kontakt mit kulturellen Institutionen sowie Persönlichkeiten des Literaturbetriebes, veranstaltet Lesungen mit in- und ausländischen Autoren und kooperiert mit anderen Institutionen und Gruppen wie der Universität, den Städtischen Bühnen, dem Westfälischen Kunstverein, dem Künstlerdorf Schöppingen, verschiedenen Literaturbüros und den Medien.

Die Literaturzeitschrift Am Erker, gegründet 1977, erscheint zweimal jährlich in einem Münsteraner Verlag.