Nachlass Karl-Georg Faber

Karl-Georg Faber
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Zur Person

* 21. Juni 1925 in Kirn an der Nahe
† 15. September 1982 in Münster, Westfalen

Nach dem Abitur 1943 wurde Karl-Georg Faber, Sohn des Lederfabrikanten Karl Eduard Faber, zum Reichsarbeits- und anschließendem Kriegsdienst eingezogen. Er geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er Ende 1945 entlassen wurde.

Das Studium der Geschichte, Geographie und Anglistik (1946-1952) in Mainz beendete Faber mit einer Promotion unter dem Titel Christian von Strambergs „Rheinischer Antiquarius“ bei Professor Leo Just. Pläne für eine anschließende Habilitation zerschlugen sich. Karl-Georg Faber arbeitete von 1952 bis 1962 als Referent in der Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung in Bad Godesberg, wo er u.a. für alle im Institut anfallenden, historischen Sachfragen zuständig war. Ab 1956 war er gleichzeitig Mitarbeiter der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien in Bonn. Er erhielt den Forschungsauftrag zur Erstellung einer kritischen Bibliographie der nationalpolitischen Publizistik Deutschlands von 1866 bis 1871.

Am 1. April 1962 wurde Karl-Georg Faber als Wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Universität Mainz angestellt. 1965 habilitierte er sich dort mit der Schrift Die Rheinlande zwischen Restauration und Revolution. Probleme der rheinischen Geschichte 1814-1848 im Spiegel der zeitgenössischen Publizistik. Einer Tätigkeit als Privatdozent folgte 1967 der Ruf als ordentlicher Professor für Neuere und Neueste Geschichte an die Universität des Saarlandes nach Saarbrücken, anschließend 1976 die Berufung an die Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Der Schwerpunkt von Fabers Forschungen lag auf dem Gebiet der westdeutschen, insbesondere rheinischen Landesgeschichte, der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts, insbesondere der politischen Geschichte des Vormärz sowie der Theorie und Methodologie der Geschichtswissenschaft und der Historiographie. Sein Werk Theorie der Geschichtswissenschaft erlebte zwischen 1971 und 1982 insgesamt fünf Auflagen. Durch die von ihm maßgeblich gestaltete Sendung Funkkolleg Geschichte als seinerzeit neuartiges Bildungsangebot wurde er auch außerhalb der Fachwissenschaft bekannt.

Zum Nachlass

Der 1997 von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster erworbene Nachlass Faber umfasst 109 Kapseln und 16 Karteikästen, die u.a. folgende Dokumente enthalten:

  • Wissenschaftliche Korrespondenz
  • Werk-, Vorlesungs- und Vortagsmanuskripte (auch Vorstudien und Nichtveröffentlichtes)
  • Material zu akademischen Seminaren und Übungen
  • Gutachten
  • Rezensionen
  • Exzerpte

Der Nachlass ist durch eine Findliste erschlossen.