Nachlass Ilse von Stach

Ilse von Stach
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Zur Person

* 17. Februar 1879 im Haus Pröbsting bei Borken
† 25. April 1941 in Münster

Die Schriftstellerin Ilse von Stach wächst als Tochter des Rittergutbesitzers Baron Stach von Goltzheim auf dem Familiengut in der Gemeinde Hoxfeld (Borken) auf. Erinnerungen an diese Zeit verarbeitet sie später in dem Roman Haus Elderfing. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht sie zu Verwandten in Aurich und geht später nach Berlin, um den Lehrerberuf zu ergreifen.

Nach dem Scheitern ihrer zweiten Ehe verlässt sie 1905 Deutschland und geht nach Rom, wo sie 1908 vom Protestantismus zum Katholizismus konvertiert und ihren dritten Ehemann, den Kunsthistoriker Martin Wackernagel kennenlernt. Mit ihm lebt sie in Planegg, Leipzig und anlässlich der Berufung ihres Mannes an die Universität ab 1921 in Münster.

Alle ihre Werke sind von einer tiefen Religiosität geprägt. Das Weihnachtsmärchen Das Christelflein wurde von Hans Pfitzner vertont und zeigt den Einfluss Gerhard Hauptmanns. Insbesondere ihre Dialoge Die Frauen von Korinth, die sich mit dem Schicksal und der Rolle der Frau befassen, fanden große Beachtung.

Zum Nachlass

Der Stach-Nachlass wurde der Universitäts- und Landesbibliothek am 23.03.1953 von Martin Wackernagel übergeben und besteht aus 41 Kapseln, die u.a. folgende Dokumente enthalten:

  • Korrespondenzen, die Privates aber auch zu großen Teilen Geschäftspost enthalten, mit Fragen rund um die Veröffentlichung, Vervielfältigung und Honorierung ihrer Werke.
  • Werkmanuskripte, sogar in Übersetzungen in andere Sprachen.
  • Lebensdokumente wie Fotos u.Ä., darunter auch über 170 Notizbücher, die Ilse von Stachs Privatleben und künstlerisches Schaffen dokumentieren. Hier ist auch eine große Zahl von Zeitungsartikeln zu erwähnen, die Aufführungen ihrer Werke, Vortragsabende aber auch Rezensionen beinhalten.

Der Nachlass ist durch eine Findliste erschlossen.

Wissenswert

12. Juni 2017
100. Jahrestag der Uraufführung von Hans Pfitzners Oper „Palestrina“ : [betr. Ilse von Stach und Hans Pfitzner]
Hörfunkbeitrag in WDR 3 / Tonart