Nachlass Paul Sartori

Paul Sartori (Foto)
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Zur Person

* 5. November 1857 in Lübeck
† 26. August 1936 in Dortmund

Paul Gottfried Karl Sartori wuchs in einer angesehenen Lübecker Bürgerfamilie auf. Sein gesellschaftlich und auch ehrenamtlich sehr aktiver Vater August Sartori war Professor am Katharineum zu Lübeck, wo der Sohn Ostern 1877 das Abitur bestand.

Paul Sartori leistete seinen Militärdienst im 2. Hanseatischen Infanterieregiment in Hamburg und studierte ab 1878 klassische Philologie und Deutsch in Bonn, Leipzig und Göttingen. Nach Studienabschluss im Januar 1883 mit der Lehrbefähigung für die Fächer Deutsch, Griechisch, Latein und Religion wurde Sartori Lehrer in Göttingen; ab 1885 arbeitete er am Stadtgymnasium Dortmund. 1902 erhielt er dort die Ernennung zum Gymnasialprofessor; am 1. April 1923 wurde Sartori pensioniert.

Seit den 1880er Jahren begeisterte sich Paul Sartori für Volkskunde. 1903 gründete er zusammen mit Karl Prümer den Verein für Rheinische und Westfälische Volkskunde, dessen Vorsitzender er bis 1927 war. Ab 1904 gab er auch die Zeitschrift des Vereins heraus. Sartori war Gründer und Leiter des Westfälischen Schulmuseums der Stadt Dortmund. Als Meister vom Stuhl stand er von 1915 bis 1921 der Freimaurerloge „Zur Alten Linde Dortmund“ vor.

Paul Sartori galt als führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Volkskunde und veröffentlichte zahlreiche Beiträge in Handbüchern, Zeitschriften und Zeitungen. Für seine Verdienste wurde er 1927 von der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster zum Ehrendoktor ernannt.

Zum Nachlass

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster erwarb 1974 mit dem Nachlass Karl Schulte Kemminghausen auch schriftliche Dokumente aus dem Nachlass Sartori. Ergänzt wurden diese 2018 durch eine Lieferung aus dem Bestand der Volkskundlichen Kommission für Westfalen. Der Nachlass Paul Sartori enthält nun im Wesentlichen:

  • Werkmanuskripte zu volkskundlichen Themen
  • Zettelsammlungen mit Literatur- und Quellenangaben zu volkskundlichen Themen
  • Korrespondenzen
  • Lübecker Dokumente aus dem 19. Jahrhundert

Der Nachlass ist in einer Findliste erschlossen.

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