Open Access für DH – das Service Center for Digital Humanities der ULB Münster
Open Access spielt in den Digital Humanities (DH) auf vielen Ebenen eine zentrale Rolle: Forschende publizieren in offenen Zeitschriften wie Digital Humanities Quarterly oder der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, über Open-Access-Bücher und in Fachblogs. Inzwischen befördern auch Micro-Publications, Preprints und weitere neuere Formate den Fachdiskurs, der seit langem auf eine offene Publikations- und Kommunikationskultur setzt.
Das Service Center for Digital Humanities (SCDH) der ULB Münster knüpft mit seiner Arbeit hieran an: Zum einen bringt sich das Team des SCDH selbst mit Open-Access-Publikationen in den Fachdiskurs ein. Zum anderen greift es die publizierten neuesten Entwicklungen im Bereich digitaler Methoden für die Geisteswissenschaften auf, um Forschende der Universität Münster und deren Projekte mit innovativen Softwarelösungen zu unterstützen. Ein prominentes Gebiet für solche Serviceleistungen und Kooperationen besteht in der Erstellung digitaler Editionen – die am Ende offen online zur Verfügung stehen sollen.
Genau hier kommt eine weitere Facette von Open Access ins Spiel, nämlich die Publikation von Daten, Schnittstellen und Code, die für derartige Projekte relevant sind. Hierbei nutzt das SCDH teilweise auch von Dritten offen bereitgestellte Forschungsdaten und Software und veröffentlicht ebenfalls eigens erzeugte Daten und Code unter freien Lizenzen in geeigneten Repositorien. Auf diese Weise werden sie gut dokumentiert der gesamten DH-Forschungscommunity zur Einsicht und Nachnutzung zur Verfügung gestellt. Leitend sind dabei die FAIR- und CARE-Prinzipien. Ihnen zufolge sollten insbesondere Forschungsdaten folgende Kriterien erfüllen:
Findable – Accessible – Interoperable – Reusable
Collective benefit – Authority to Control – Responsibility – Ethics
Das SCDH setzt verstärkt auf den Einsatz offener Schnittstellen, also Softwarelösungen für den Zugriff auf Daten – unabhängig davon, wo auf der Welt diese physisch gespeichert sind. Dies erfüllt insbesondere die Kriterien "Accessible" und "Reusable".
Für die tägliche Arbeit des SCDH ist Open Access auf vielen weiteren Ebenen relevant, etwa im Bereich offener Trainingsdaten für die Erkennung und Transkription alter Handschriften, die beispielsweise in Editionsprojekten wesentliche Arbeitsschritte darstellen. Open Access begegnet dem SCDH also quasi an jeder Ecke, sowohl in der Rezeption und Nachnutzung von Fremdarbeiten als auch bei den eigenen Erzeugnissen.