Neuerwerbungen, Links und Tipps für die Germanistik aus der ULB

  • WDR-ZeitZeichen zu August Wilhelm Schlegel

    [19.03.2019, 07:00] „„Gut gebrüllt, Löwe“, „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“, „Der Rest ist Schweigen“ – Es gibt eine Menge Redewendungen, die August Wilhelm Schlegel der deutschen Sprache eingeprägt hat: besonders griffige Stellen aus seinen Shakespeare-Übersetzungen.17 Stücke hat Schlegel ins … Weiterlesen →
  • Workshop-Tagung an der WWU: „Öffentlichkeiten und Debattenkulturen in ihrer wechselseitigen Konstituierung: Geistes- und sozialwissenschaftliche Perspektiven“

    [14.03.2019, 09:48] Seit 2017 findet im Rahmen des smartNETWORK, dem Zusammenschluss der geistes- und sozialwissenschaftlichen Graduiertenschulen der WWU, ein interdisziplinärer Austausch zum Thema „Öffentlichkeiten und Debattenkulturen“ statt. Diese beiden Begriffe – die bewusst im Plural verwendet werden – erscheinen derzeit von besonderer … Weiterlesen →
  • Kennen Sie schon … den Vocabularius Theutonicus (VT) online?

    [12.03.2019, 07:00] „Der ›Vocabularius Theutonicus‹ (VT) ist ein volkssprachig-lateinisches Schulwörterbuch aus dem Spätmittelalter. Die in Mittelniederdeutsch, dem Vorläufer der heutigen plattdeutschen Dialekte, gehaltenen volkssprachigen Elemente des VT überliefern einen Grundwortschatz, wie er Ende des 14. Jahrhunderts im südniedersächsischen Ort Einbeck (etwa 40 … Weiterlesen →
  • Kennen Sie schon … TwitLektüre?

    [12.03.2019, 07:00] Unter dem Hashtag #TwitLektüre hat sich ein „virtueller Lesekreis“ für Sachbücher und Kulturtheorie entwickelt. Der Account @TwitLektuere sammelt die Tweets dazu; das „Prozedere“ wird in diesem Thread erläutert Im März 2019 wird z.B. dieses Buch einen Monat lang diskutiert:
  • WDR5-Literaturmarathon 2019: „Bücher fürs Leben“

    [07.03.2019, 07:11] Anlässlich des Literaturfestivals lit.COLOGNE veranstaltet WDR5 seit 2003 den Literaturmarathon: Dabei lesen Sprecher, Schauspieler und Prominente 24 Stunden lang aus Romanen und Gedichten vor. Die Texte zu einem Rahmenthema werden aus Vorschlägen der Radiohörer ausgewählt. Das Thema der 2019er Ausgabe … Weiterlesen →

Diese Nachrichten stammen aus dem FachBlog der ULB aus der Kategorie Germanistik.

Nachrichten aus der Sprachwissenschaft

  • DHd2019: Gemeinsamer Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE

    [19.03.2019, 11:27] Im Rahmen der DHd2019 wird es am Tagungsort in Frankfurt/Main einen gemeinsamen Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE geben. Der Informationsstand ist von Mittwoch bis Freitag im Erdgeschoss des Hörsaalzentrums zu finden. Die Kolleginnen und Kollegen aus CLARIN-D und DARIAH-DE geben am Stand gerne Auskunft zu den Angeboten und Diensten der beiden Infrastrukturinitiativen und zum Zusammenwachsen […]
  • Gottes Werk und Teufels Beitrag: Ein Essay zu Digital Humanities und Projektmanagement

    [19.03.2019, 10:30] 1 Beobachtung eines Bedarfs #1 „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Forschungsprojekte mit Digital-Humanities-Anteilen eines hohen oder besonderen Maßes an Koordinierung und Kommunikation zu bedürfen scheinen“, konstatiert ein Einführungstext für einen Digital Humanities Workshop der Max Weber Stiftung zum Thema „Digitalität managen“, bereits im Dezember 2017. Warum bedürfen sogenannte DH-Projekte mehr an Koordination, Kommunikation, Projektmanagement? […]
  • Coaches und Scharlatane

    [18.03.2019, 15:15] Lange bedeutete das Wort "Coach" einfach nur Kutsche. Später wurde es stärker auf den Kutscher bezogen, der die Pferde führte. Bis es sich zum Synonym für Trainer wandelte, die Personen durch anstehende Aufgaben leiten.
  • Neuer Hauptvorstand gewählt

    [18.03.2019, 09:45] Am 9. März 2019 fand die 49. Gesamtvorstandssitzung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden statt. Dabei wurde der neue Hauptvorstand gewählt: Neben langjährigen Mitgliedern im Vorstand begrüßt die GfdS eine neue Mitwirkende.
  • Standpunkt der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zu einer geschlechtergerechten Sprache

    [15.03.2019, 14:00] Über das Thema der sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter wird seit einigen Jahren so viel und so kontrovers diskutiert wie selten zuvor. Die Gesellschaft für deutsche Sprache unterstützt die Bemühungen um eine sprachliche Gleichbehandlung, gleichwohl empfiehlt sie nicht alle derzeit gängigen Methoden, um Sprache geschlechtergerecht zu gestalten. Lesen Sie hier den Standpunkt der GfdS zum Thema »Gendering«.
  • DH Discovery – Humanists meet Computers. Ein erster Werkstattbericht

    [15.03.2019, 08:55] Der „Kollege Computer“ ist aus unserer täglichen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken – aber wie genau sieht diese Arbeitswelt in der Wissenschaft aus? Wie begegnet man dem Kollegen Computer, wenn sein Einsatzbereich in der gewohnten Arbeitswelt noch neu und ungewohnt ist? Wie verändert der neue Kollege die eigene Arbeit, welche (Anfangs-)Schwierigkeiten gibt es, wie entwickelt sich […]
  • Kann ein c als Dehnungszeichen fungieren?

    [15.03.2019, 08:35] [F] Kann ein c tatsächlich als Dehnungszeichen fungieren und den vorhergehenden Vokal artikulatorisch in die Länge ziehen? Der Name Gackenholz soll beispielsweise wegen des Dehnungs-c mit langem [a:] gesprochen werden. [A] Zunächst sollten wir klären, was ein Dehnungszeichen ist – nämlich ein zusätzliches Zeichen, das die Länge des Vokals markiert. Neben der Verdoppelung des Vokals (z. B. Aal) sind h (z. B. hohl) sowie e (z. B. schief) als Dehnungszeichen gebräuchlich.
  • Emojis in Sozialen Medien

    [15.03.2019, 00:00] "Deutsch in Sozialen Medien" lautete das Thema der 55. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim (12.-14.03.). Eine der Rednerinnen war die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Christa Dürscheid (Universität Zürich), die sich seit geraumer Zeit mit dem "Schreiben in Sozialen Medien" beschäftigt. Das funktioniert heute kaum mehr ohne Emojis. Doch gerade um neu in den sog. Unicode aufgenommene Emojis wie "Pinching Hand" (aka "Small-Dick-Emoji") und deren möglicherweise diskriminierenden Aussagegehalt entbrennen Diskussionen. Auch die Zeichensprache ist in ihrem Bemühen um Ausdifferenzierung und politische Korrektheit nicht gefeit vor Kritik. Ein Gespräch mit der Linguistin über Emojis, die auch in der analogen Welt eine immer größere Rolle spielen: Im australischen Bundesstaat Queensland sind die in der digitalen Kommunikation beliebten Piktogramne soeben für Autokennzeichen zugelassen worden.
  • Emojis in Sozialen Medien

    [15.03.2019, 00:00] "Deutsch in Sozialen Medien" lautete das Thema der 55. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim (12. - 14.03.). Eine der Rednerinnen war die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Christa Dürscheid (Universität Zürich), die sich seit geraumer Zeit mit dem "Schreiben in Sozialen Medien" beschäftigt. Das funktioniert heute kaum mehr ohne Emojis. Doch gerade um neu in den sog. Unicode aufgenommene Emojis wie "Pinching Hand" (aka "Small-Dick-Emoji") und deren möglicherweise diskriminierenden Aussagegehalt entbrennen Diskussionen. Auch die Zeichensprache ist in ihrem Bemühen um Ausdifferenzierung und politische Korrektheit nicht gefeit vor Kritik. Ein Gespräch mit der Linguistin über Emojis, die auch in der analogen Welt eine immer größere Rolle spielen: Im australischen Bundesstaat Queensland sind die in der digitalen Kommunikation beliebten Piktogramne soeben für Autokennzeichen zugelassen worden.
  • Call for Papers: Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination

    [14.03.2019, 13:45] Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination: 4th Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History October 10-12, 2019 International Conference and Workshop at the German Historical Institute, Washington DC (GHI) Organized in collaboration with the Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) and the Roy Rosenzweig Center for History and New Media […]

Diese Nachrichten stammen aus dem DaF-Blog, den aktuellen Meldungen der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS), den Blogs lexikographieblog, Sprachlog und swanrād, der Initiative Digital Humanities im deutschsprachigen Raum sowie den Podcast-Reihen Sozusagen und Tiemanns Wortgeflecht.
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Nachrichten aus der Literatur(wissenschaft)

  • DHd2019: Gemeinsamer Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE

    [19.03.2019, 11:27] Im Rahmen der DHd2019 wird es am Tagungsort in Frankfurt/Main einen gemeinsamen Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE geben. Der Informationsstand ist von Mittwoch bis Freitag im Erdgeschoss des Hörsaalzentrums zu finden. Die Kolleginnen und Kollegen aus CLARIN-D und DARIAH-DE geben am Stand gerne Auskunft zu den Angeboten und Diensten der beiden Infrastrukturinitiativen und zum Zusammenwachsen […]
  • Gottes Werk und Teufels Beitrag: Ein Essay zu Digital Humanities und Projektmanagement

    [19.03.2019, 10:30] 1 Beobachtung eines Bedarfs #1 „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Forschungsprojekte mit Digital-Humanities-Anteilen eines hohen oder besonderen Maßes an Koordinierung und Kommunikation zu bedürfen scheinen“, konstatiert ein Einführungstext für einen Digital Humanities Workshop der Max Weber Stiftung zum Thema „Digitalität managen“, bereits im Dezember 2017. Warum bedürfen sogenannte DH-Projekte mehr an Koordination, Kommunikation, Projektmanagement? […]
  • Das flüchtige Schöne einfangen – Folge 10: Simone Lucia Birkner »Was hilft (Vielleicht)«

    [18.03.2019, 22:49] Für eine neue Netz-Anthologie hat sich das Online-Forum der Zeitschrift DAS GEDICHT, www.dasgedichtblog.de, auf die Suche nach dem Schönen gemacht. Schließlich ist die Kunst seit Jahrhunderten auch eine Instanz der Ästhetik. Und wenngleich seit längerem eine gewisse Scheu vor dem Schönen im modernen Kunstbetrieb herrscht und Schönheit heute oft reduziert wird auf den schönen Schein, auf das Streben nach Idylle oder die Anbetung getrimmter Körper – möchte die neue Netzanthologie von Redakteurin Sandra Blume der Schönheit in der Kunst einen besonderen Platz einräumen. Über 40 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben mehr als 100 Gedichte zum [...]
  • #ungesagt göttlich: Erlanger Poesienacht am 30. März

    [18.03.2019, 17:38] Erlanger Poesienacht #ungesagt göttlich Samstag, 30.03.2019, ab 19.30 Uhr 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) Kreuz+Quer, Haus der Kirche Bohlenplatz 1, 91045 Erlangen Unter dem Motto »#ungesagt göttlich« lädt BildungEvangelisch (Erwachsenenbildung im Dekanat Erlangen) in Kooperation mit DAS GEDICHT zur Erlanger Poesienacht ins Haus der Kirche »Kreuz+Quer«. Acht Dichterinnen und Dichter aus ganz Deutschland präsentieren dort Verse rund ums Thema Spiritualität und Religion, dazu gibt’s Gespräche über Glauben und Schreiben sowie Violin-Musik. Es lesen Michael Augustin (Bremen), Sujata Bhatt (Bremen), Barbara Maria Kloos (Köln), Fitzgerald Kusz (Nürnberg), Anton G. Leitner (Weßling), Georg Maria Roers SJ (Berlin), Sabine Schiffner (Köln) und Ludwig [...]
  • 100-Seiten-Bücher – Teil 153 Buchi Emecheta: »Der Ringkampf« (1980)

    [18.03.2019, 10:10] Also, wenn ihr mal ein ergiebiges Thema braucht für eine literaturwissen­schaftliche Arbeit, hier ist eins: ein Vergleich zwischen dem »Ringkampf« und dem »Ring«. »Der Ringkampf« ist der Titel eines erstmals 1980 erschienenen, supersten Buchs der nigerianischen Schriftstellerin Buchi Emecheta. »Der Ring« ist der Titel eines erstmals im π mal Daumen 14. Jahrhundert erschienenen mittelhochdeutschen Versepos von […] Der Beitrag <small>100-Seiten-Bücher – Teil 153 </small><br />Buchi Emecheta: »Der Ringkampf« (1980) erschien zuerst auf Der Umblätterer.
  • Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 21: GOLEM REVISITED

    [17.03.2019, 00:01] Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   GOLEM REVISITED In einem kleinen Restaurant in Rom traf ich zwei Frauen, Mutter und Tochter, die mir seltsam vertraut vorkamen – sie glichen irgendwie meinen Jugendfreundinnen und ihren Müttern aus Prag. Doch sie sprachen Englisch [...]
  • Ausbruch aus der Blase

    [16.03.2019, 10:01] Am vergangenen Montag stellte Kathrin Weßling ihren Roman Super, und dir? in der Literaturshow Import/Export in Bonn vor. Während der 15. Show mit Moderator Dorian Steinhoff und seinem Sidekick Dennis Laubenthal in der Fabrik 45 wurde nicht nur das Buch besprochen, sondern auch Themen wie Social Media und Depressionen diskutiert. Wie gehabt machten alternative Romananfänge, lyrische Beiträge und spontane Buchideen den Abend einmal mehr zu einer unterhaltsamen und äußerst lockeren Veranstaltung. Sofort zu Beginn wird Kathrin Weßling auf ihre Social Media Präsenz angesprochen. Sie sei sehr aktiv in den sozialen Netzwerken unterwegs, heißt es. Wie ist es da möglich, nebenbei noch ein Buch zu schreiben? Weßling erläutert, dass sie Bücher »eher so in 2 Monaten« schreibt, in denen sie sich dann etwas zurückzieht, aber auch nicht zu viel. »Online sein hilft«, sagt sie und erklärt, dass Social Media für sie erholsam ist. Dabei bezieht sie sich auf den Unterschied zwischen Eskapismus und Partizipation: nicht das passive Scrollen und die Flucht aus der realen Welt ist für sie entspannend, sondern das Lesen und Teilnehmen. Weßling meint, je mehr man liest, sich mit Themen auseinandersetzt und aktiv an Diskussionen und Gesprächen beteiligt, desto besser kann man schreiben. Außerdem bieten soziale Medien für sie eine Möglichkeit, über ihren eigenen Tellerrand zu schauen und nicht ständig in ihrer »eigenen Suppe zu schwimmen«. Ohne Social Media fühle sie sich müde und gefangen in ihrer »bubble«, behauptet sie. Lachend fügt Weßling hinzu, Twitter und Instagram seien super, da sie dadurch nicht in Wirklichkeit rausgehen und mit Menschen kommunizieren muss. Auch die Protagonistin in Super, und dir? hat einen starken Bezug zu Social Media: Marlene ist eine 31 Jahre alte Perfektionistin und macht ein Volontariat als Social Media Managerin. Schnell wird klar, dass zentrale Aspekte des Buches mitunter Drogenkonsum und Arbeit sind, insbesondere die Verbindung dieser beiden Aspekte. Marlene ist ständig berauscht, nimmt täglich Ritalin und Speed um zu funktionieren. Sei aber alles nicht so schlimm, denn »Ritalin ist Medizin, das nehmen sogar Kinder«. Laut Weßling dienen Drogen zur Kompensation und die Protagonistin kompensiert alles, aber vor allem sich selbst, mit Rauschmitteln. Alles, was zählt, ist die Arbeit und wie man sich integrieren kann – und es ist nie genug. Inspiriert wurde Weßling von ihrem Umfeld: sie kenne sehr viele Männer und Frauen, die zwar 1000%-ige Leistung erbringen, aber trotzdem nie zufrieden sind. Irgendwo ist Arbeit ja auch wie eine Droge, denn »wenn man arbeitet, muss man nicht nachdenken«, - außer natürlich an die Arbeit selbst - so die Autorin. Drüberleben und »die Geschichte einer Selbstermächtigung« Die Stimmung wird etwas ernster, als das Thema Depressionen angesprochen wird. Zu Weßlings erstem Buchvertrag kam es durch ihren Blog Drüberleben, der von ihren Depressionen handelte. Neun Jahre ist das nun her und damals war es im Vergleich zu heute noch etwas Besonderes, öffentlich über dieses Thema zu schreiben. Weßling war mit ihrem Blog eine von 2 Personen, welche explizit online über Depressionen berichteten. Sie wurde sozusagen über Nacht berühmt, gewann den Bloggerpreis und schließlich wurde sogar eine Literaturagentur auf sie aufmerksam. Der Titel ihres ersten Buches ist zwar auch Drüberleben, doch Weßling war wichtig, dass es eine eigene Geschichte erzählt. Sie empfand es als peinlich, ihre bereits online vorhandenen Texte bloß auf Papier zu übertragen, weshalb nichts aus dem Blog in das Buch eingeflossen ist. Für Weßling ist Drüberleben das perfekte Wort, um Depressionen zu beschreiben: es beinhaltet einerseits das »über Allem schweben« und nichts oder nur schlechtes zu empfinden, andererseits den Versuch einfach nur zu »Überleben«. Auf die Frage, ob das Schreiben bei Depressionen hilft, antwortet die Autorin mit einem klaren nein, denn »Schreiben ist keine Therapie«. Sie erklärt, dass man in einer schweren Depression kein Buch schreibt, da einem schon alltägliche Dinge wie duschen oder essen schwer fallen. Drüberleben entstand in einer leichten bis mittleren depressiven Episode, und sogar da gab es aufgrund ihres Zustands viele Verzögerungen, da es schwierig für sie war in diesem Zustand einen Zeitplan einzuhalten. Heute geht es Weßling besser und sie kann jetzt endlich »normal funktionieren«, was vor allem an ihrer ADHS Diagnose vor einigen Jahren liegt. Seitdem ist sie in medikamentöser Behandlung und weiß nun, dass die Depressionen damals daher kamen. Ihren Weg beschreibt Dorian Steinhoff als »die Geschichte einer Selbstermächtigung« und erntet dafür lauten Applaus. Weßling liest besonders emotional und lebhaft aus ihrem Roman vor. Im ersten Textabschnitt erfahren wir alles über das »Doppelleben« der Protagonistin. Nach Außen hin ist sie perfekt, immer top gestylt, leistet gute Arbeit und wird als »Little Miss Perfect« von ihrer Arbeitskollegin bezeichnet. Doch innerlich wirkt sie  zerrissen, unzufrieden und verzweifelt. Sie ist wütend, dass sie es nicht schafft glücklich zu sein obwohl sie doch »das Richtige« macht: arbeiten, socialisen, networken, funktionieren und einfach ein guter Mensch und nützlicher Teil der Gesellschaft sein. Durch Weßlings hitziges Vortragen kann man förmlich spüren, wie aufgewühlt die Protagonistin ist, während ihr tausend Gedanken auf einmal durch den Kopf schießen. Auf diesen rasanten Ausschnitt folgt ein interaktives Spiel, welches die Situation sehr auflockert. Zu den Werken Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll, Es von Stephen King und Homo faber von Max Frisch werden jeweils 3 verschiedene Romananfänge vorgetragen. Davon ist eines das Original, eines von Weßling und eines von Steinhoff – das Publikum soll dann abstimmen, welcher Romananfang das Original ist. Kein einziges Mal gelingt es der Autorin und dem Moderator das Publikum zu täuschen, was für viele Lacher sorgt. Nachdem das Gedicht Der Zweifler von Bertold Brecht vorgetragen wurde und alle wieder etwas zur Ruhe gekommen sind, folgt das Spiel the plot is hot. Dabei muss sich Weßling spontan anhand von vorgegebenen Aspekten wie Protagonist, Titel, Zeit der Geschichte, Genre und Motiv einen Plot ausdenken. Natürlich geht es auch hier wieder um Social Media, diesmal jedoch ganz ironisch: Weßlings Geschichte handelt von einer Netzfeminsitin, die sehr aktiv auf Twitter ist, als Opfer eines Shitstorms schließlich sogar enführt und dann aber von Ulf Poschardt im Cabrio gerettet wird. Das Ende der Veranstaltung folgt unmittelbar nach dem zweiten Textausschnitt, welcher von fragwürdigen Marketingstrategien im Social Media handelt und erneut lebhaft, fast sogar wütend, von Weßling vorgetragen wird. Allgemein hat man den ganzen Abend über das Gefühl, mit Freunden zusammenzusitzen. Weßlings lockere und authentische Art, sowie Steinhoffs und Laubenthals humorvolle aber auch einfühlsame Einwürfe tragen dazu bei, dass der Abend trotz der Ernsthaftigkeit manches Themas dennoch rasant und locker bleibt. Eine Mischung aus Unterhaltung, Literatur und Lesung macht das Format auch bei der 15. Folge der Literaturshow im Rheinland wieder zu etwas Besonderem.
  • 100-Seiten-Bücher – Teil 152 Aslı Erdoğan: »Der wundersame Mandarin« (1996)

    [15.03.2019, 20:52] Hier steht: »Wahrscheinlich könnte man auch statistisch belegen, dass der Großteil der Mörder in den Kriminalromanen graue Augen hat« (S. 10). Ob das stimmt, wäre für die Digital-Humanities-Branche heutzutage leicht herauszufinden. Die Digital-Humanities-Angestellten würden in diesem Fall ein Korpus von, sagen wir, 25.000 Krimis durch die Maschine jagen, und dann würde das Ergebnis angezeigt werden, zum […] Der Beitrag <small>100-Seiten-Bücher – Teil 152 </small><br />Aslı Erdoğan: »Der wundersame Mandarin« (1996) erschien zuerst auf Der Umblätterer.
  • Gedichte mit Tradition, Folge 154: »Arnswaldtstraße«

    [15.03.2019, 15:56] »Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Christian Engelken Arnswaldtstraße (für Dres. Benn und Schneider) Mein Zahnarzt Dr. Schneider, Er bohrte heftig (leider!), Wo einstmals nebenan Der Dr. Benn auf Blümchen sann. Bei leichten Mundgerüchen Und immer gleichen Sprüchen (»Ganz aufmachen, weit auf!«) Verkürzte Benn der Dinge Lauf. Kam Schneider, Gert auf Touren, Entsiegelnd die Fissuren, So dachte schmerzvertieft ich denn An Astern und an Benn. Nehmt dieses nicht als Spottlied! Ich lernte erst den Gottfried Und auch der Dichtung Eigenwert Recht schätzen durch den Gert! –   © [...]
  • DH Discovery – Humanists meet Computers. Ein erster Werkstattbericht

    [15.03.2019, 08:55] Der „Kollege Computer“ ist aus unserer täglichen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken – aber wie genau sieht diese Arbeitswelt in der Wissenschaft aus? Wie begegnet man dem Kollegen Computer, wenn sein Einsatzbereich in der gewohnten Arbeitswelt noch neu und ungewohnt ist? Wie verändert der neue Kollege die eigene Arbeit, welche (Anfangs-)Schwierigkeiten gibt es, wie entwickelt sich […]

Diese Nachrichten umfassen die neuesten Beiträge der Blogs AVL digital, DAS GEDICHT, und Der Umblätterer, des Lesezeichens der Plattform litblogs.net, der Zeitschrift Kritische Ausgabe sowie der Initiative Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.
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Weitere interessante Nachrichten-Quellen finden Sie in der Rubrik "Ihr Fach im Internet".