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Podcasts zu Annette von Droste-Hülshoff

WDR ZeitZeichen zu Annette von Droste-Hülshoff

Logo WDR bei Wikimedia Commons„Die west­fälis­che Adelige Annette von Droste-Hül­shoff ist eine Art frühe Fem­i­nistin. Sie entzieht sich den Vor­gaben ihres Standes durch poet­is­che Sprache. Heute zählt sie zu den bedeu­tend­sten deutschen Autorin­nen.
Mit ihrem Wis­sen, ihrem Witz und ihrer Elo­quenz gilt Annette Droste-Hül­shoff als Män­ner­schreck. „Es ist schade, dass sie etwas Vor­dringlich­es und Unan­genehmes in ihrem Wesen hat“, schreibt der Märchen­samm­ler Wil­helm Grimm 1813 an seinen Brud­er Jacob. „Es war nicht gut mit ihr fer­tig zu wer­den.“
Die 16-Jährige ist damals dabei, als sich die Kün­stler­fre­unde ihres Onkels August von Hax­thausen auf dem Bök­er­hof tre­f­fen, dem Gut ihrer Großel­tern. Nette — wie sie genan­nt wird — schreibt seit ihrem siebten Leben­s­jahr Gedichte und arbeit­et ger­ade an einem Trauer­spiel. Statt sich zurück­zuhal­ten, redet sie mit und bricht damit alle Kon­ven­tio­nen.

Wildes Wun­derkind
Geboren wird Anna Elis­a­beth Frei­in zu Hül­shoff am 10. Jan­u­ar 1797 auf der Burg Hül­shoff. Schon als kleines Mäd­chen ist sie fan­tasiebe­gabt, hyper­sen­si­bel und wild, dass ihre Mut­ter fürchtet, die Tochter könne „über­schnap­pen“. Das Wun­derkind spielt Klavier, singt, kom­poniert und liest Cicero im Orig­i­nal.
Ihre Fam­i­lie ist eines der ältesten Adels­geschlechter West­falens — katholisch und kon­ser­v­a­tiv. In der Ver­wandtschaft wird Annette von Droste-Hül­shoff bald zur Außen­sei­t­erin, weil sie das Schreiben ern­ster nimmt, als es sich für Frauen geziemt. Ein­er der weni­gen, die sie auch als Schrift­stel­lerin ernst nimmt, ist der junge Dichter Hein­rich Straube. Die bei­den ver­lieben sich.

Unter famil­iär­er Kon­trolle
Doch das Paar wird durch eine Intrige auseinan­derge­bracht. Drostes Ver­wandtschaft passt es nicht, dass Straube bürg­er­lich und Protes­tant ist. Die Autorin lässt sich allerd­ings nicht von ihrem Weg abbrin­gen und schreibt weit­er.
Nach dem Tod ihres Vaters wohnt Droste im Rüschhaus, dem Witwen­sitz ihrer Mut­ter. Als unver­heiratete Frau ste­ht die Dich­terin weit­er­hin unter der Kon­trolle der Fam­i­lie. Sie ist bere­its 41, als sie 1838 den ersten Gedicht­band veröf­fentlicht. Die Res­o­nanz ist mäßig. Die fol­gende Krim­i­nal­nov­el­le „Die Juden­buche“ jedoch wird viel beachtet.

Mit Ver­spä­tung berühmt
1844 erscheint die zweite Gedicht­samm­lung. In diesen Meis­ter­w­erken deutsch­er Lyrik richtet Droste unter anderem einen genauen Blick auf Natur, Tod und Vergänglichkeit. Annette von Droste-Hül­shoff selb­st lei­det zunehmend unter Krankheit­en. Sie stirbt am 24. Mai 1848 auf der Meers­burg am Bodensee.
Jahre zuvor hat sie geschrieben: „Ich mag und will jet­zt nicht berühmt wer­den, aber nach hun­dert Jahren möcht ich gele­sen wer­den.“ Das gelingt: Schon Ende des 19. Jahrhun­derts wird sie zur bedeu­tend­sten Dich­terin Deutsch­lands erk­lärt.“ (WDR, Chris­tiane Kop­ka, Gesa Rünker)

Sie kön­nen die Sendung, die am 10.1.2022 in der Rei­he „ZeitZe­ichen“ lief, über die Seite des WDR nach­hören oder als Audio­datei herun­ter­laden.

Bayern2 radioWissen: „Annette von Droste-Hülshoff – Springen möcht ich!“

Logo Bayern2 bei Wikimedia Commons„Annette von Droste-Hül­shoff – ein Adels­fräulein mit Hang zur Dichtkun­st. Hieße es wohl, wären da nicht diese Höhen­flüge in ihrem Werk, etwa die Bal­lade „Der Knabe im Moor“ oder die Nov­el­le „Die Juden­buche“.“
(Bay­ern 2, Car­o­la Zin­ner)

Sie kön­nen die Sendung, die am 21.5.2021 auf Bay­ern 2 lief, über die Seite des BR nach­hören oder als Audio­datei herun­ter­laden.

Apro­pos: Ken­nen Sie schon das Pro­jekt „nach100jahren.de“?

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