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WDR ZeitZeichen zu Samuel Morse

Logo WDR bei Wikimedia Commons„Es gelingt nicht vie­len Men­schen, ihren Namen zur Marke zu machen: Samuel Fin­ley Morse hat es geschafft. Mit sein­er Entwick­lung der Telegrafie hat er das Nachricht­en­we­sen nach­haltig rev­o­lu­tion­iert.
Mit dem drama­tis­chen Satz: „The ene­my is near“ – der Feind ist nah, führt Samuel Morse 1840 den amerikanis­chen Kon­gress­ab­ge­ord­neten seine Erfind­ung, den Telegrafen vor. Die Abge­ord­neten sind begeis­tert, doch nicht begeis­tert genug, um ihm 30.000 Dol­lar für eine erste Telegrafen­strecke zu bewil­li­gen.

Neue Kom­mu­nika­tion mit Strichen und Punk­ten
Es braucht mehrere Jahre, Anläufe, Demon­stra­tio­nen und Rückschläge, bis die US-Regierung in die neue Kom­mu­nika­tion mit Strichen und Punk­ten investiert. Erst 1844 wird die erste elek­tro­n­is­che Nachricht mit­tels des von Samuel Morse entwick­el­ten Alpha­bets über­tra­gen.
Samuel F.B. Morse ist nicht der Erfind­er der Telegrafie, aber seine Entwick­lung die ein­fach­ste und kostengün­stig­ste. Sie set­zt sich weltweit durch, macht ihren Erfind­er reich und rev­o­lu­tion­iert die Kom­mu­nika­tion. Telegrafie ist der „Infor­ma­tion High­way“ des 19. Jahrhun­derts. Entwick­elt von einem Mann, der eigentlich für die Kün­ste lebt, sein Geld mehr schlecht als Recht als Porträt­maler ver­di­ent und der erste Pro­fes­sor für Malerei und Bild­hauerei in den USA wird.

Der Vater glaubt nicht an die Fähigkeit­en des Sohnes
Sein Vater glaubt nicht so recht an die Fähigkeit­en des Sohnes. Er macht sich schon früh Sor­gen um den ältesten Sohn, schickt ihn auf Inter­nate. Jedidi­ah Morse ist ein calvin­is­tis­ch­er Geistlich­er und Geograf, ein bekan­nter Mann zu sein­er Zeit. Als streng, kon­ser­v­a­tiv und gläu­big wird er beschrieben.
Er möchte, dass Samuel Fin­ley Morse eine Buch­han­del­slehre macht, um das Leben so ken­nen­zuler­nen und um die Dinge so zu meis­tern, wie sich der Vater das vorstellt.

Andere Vorstel­lun­gen als der Vater
Fin­ley, so wird er über­all genan­nt, hat andere Vorstel­lun­gen. Er bit­tet um Geld für Brandy, Wein und Zigar­ren, macht auch Schulden. Für die Schule tut er nur das Nötig­ste, allein Malen inter­essiert ihn. Die ganze Freizeit wen­det er dafür auf, ver­di­ent sich etwas Geld als Porträt­maler. Sein Lehrer wird der bekan­nte His­to­rien­maler Wash­ing­ton All­ston.

Ein Uhrw­erk, eine Staffelei und ein Papier­streifen
Mitte der 1830er-Jahre erfährt Morse von den Ver­suchen Carl August von Stein­heils, dem es gelun­gen ist, die elek­trisch erzeugten Bewe­gun­gen von Mag­net­nadeln aufzuze­ich­nen. Endlich springt der Funke über. In seinem Ate­lier bastelt der Maler Morse aus einem alten Uhrw­erk, ein­er Staffelei und Papier­streifen seinen ersten Morseap­pa­rat, den er in der Folge immer mehr ver­fein­ert.
Zur Über­mit­tlung entwick­elt Morse einen binären Code aus Punk­ten und Strichen, wobei die am häu­fig­sten benutzten Buch­staben die kürzesten Zeichen erhal­ten: Dieses benutzer­fre­undliche Morseal­pha­bet wird seine genial­ste Erfind­ung.

Mit Hart­näck­igkeit zum Siegeszug des Mors­ens
1837 schreibt der amerikanis­che Kongress eine optis­che Telegrafen­lin­ie aus. Mit guter Lob­b­yarbeit und Hart­näck­igkeit gelingt es Morse, den Poli­tik­ern die Vorteile sein­er ander­s­geart­eten Erfind­ung zu ver­mit­teln. Am 1. Mai 1844 telegrafiert Morse die Nominierung von Hen­ry Clay zum Präsi­dentschaft­skan­di­dat­en aus Bal­ti­more nach Wash­ing­ton; drei Wochen später wird der Kom­mu­nika­tion­sweg offiziell eröffnet.
Danach ist der Siegeszug des Mors­ens nicht mehr aufzuhal­ten. Als Samuel F.B. Morse 1872 im Alter von fast 81 Jahren stirbt, sind Europa und Ameri­ka bere­its telegrafisch miteinan­der ver­bun­den.“

(WDR, Ulrich Bier­mann & Veroni­ka Bock, Mat­ti Hesse)

Sie kön­nen die Sendung, die am 2.4.2022 in der Rei­he „ZeitZe­ichen“ lief, über die Seite des WDR nach­hören oder als Audio­datei herun­ter­laden.

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